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TRAUMA NACH US-KILLMISSION Bruder der Bin Laden-Witwe: “Haben große Sorge um Schwester” SHATHA AL-HARAZI | 21. Juni 2011, 13:47

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Artikelbild: Zur Person: Zakarya Al-Sada ist der Bruder der fünften Frau Osama
 Bin Ladens, die sich im gleichen Raum wie ihr Ehemann aufgehalten haben
 soll, als US-Einheiten das Haus stürmten. Sie soll dabei eine 
Schussverletzung am Bein erlitten haben. Sie wurde nach dem US-Zugriff in ein Militärkrankenhaus gebracht und 
von den Pakistanern verhört. 
Amal Ahmed Abdul Al-Fatah 
Al-Sada und ihre Bruder stammen aus der Provinz Ibb. Amal heiratete Osama Bin Laden im Jahr 2000, damals 
18-jährig. Die Heirat soll Teil eines "politischen Arrangements" zwischen Bin Laden und einem einflussreichen jemenitischen Stamm gewesen sein, um die Rekrutierung von Al Kaida-Kämpfern im Jemen voranzutreiben ("Lawrence Wright: The Looming Tower. Al-Quaeda and the Road to 9/11").
Anfang Mai berichtete die Yemen Times unter Berufung auf den 
pakistanischen Botschafter in Jemen, dass Amal nach Jemen zurückkehren darf. - Foto: Shatha Al-Harazi

  • Zur Person: Zakarya Al-Sada ist der Bruder der fünften Frau Osama Bin Ladens, die sich im gleichen Raum wie ihr Ehemann aufgehalten haben soll, als US-Einheiten das Haus stürmten. Sie soll dabei eine Schussverletzung am Bein erlitten haben. Sie wurde nach dem US-Zugriff in ein Militärkrankenhaus gebracht und von den Pakistanern verhört.

    Amal Ahmed Abdul Al-Fatah Al-Sada und ihre Bruder stammen aus der Provinz Ibb. Amal heiratete Osama Bin Laden im Jahr 2000, damals 18-jährig. Die Heirat soll Teil eines “politischen Arrangements” zwischen Bin Laden und einem einflussreichen jemenitischen Stamm gewesen sein, um die Rekrutierung von Al Kaida-Kämpfern im Jemen voranzutreiben (“Lawrence Wright: The Looming Tower. Al-Quaeda and the Road to 9/11”).

    Anfang Mai berichtete die Yemen Times unter Berufung auf den pakistanischen Botschafter in Jemen, dass Amal nach Jemen zurückkehren darf.

  • Artikelbild - Foto: Shatha Al-Harazi

Zakarya Al-Sadas Schwester war Bin Ladens fünfte Frau und Zeugin seines Todes – Al-Sada über eine problematische Verwandtschaft

Zakarya Al-Sada ist 24 Jahre alt und unterstützt wie tausende seiner Altersgenossen der Proteste im Jemen. Bis zum Tod Osama Bin Ladens. Denn Al-Sada befürchtet, dass seine Verwandschaft zum meistgesuchten Mann der Welt der Bewegung im Jemen schaden könnte. Al-Sada ist Schwager von Osama Bin Laden und Bruder von Bin Ladens Witwe Amal, die Zeugin der Erschießung ihres Mannes wurde. Er spricht im derStandard.at-Interview mit der jemenitischen Journalistin Shatha Al-Haraziin über die Berichte, dass seine Schwester, Bin Ladens Witwe, zu ihrer Familie nach Jemen gebracht werden soll. Obwohl die Familie optimistisch ist, dass Amal Ahmed Abdul al Fatah al Sada zurückkehren darf, befürchtet sie, dass “zweifelhaften Gruppierungen” versuchen, das zu boykottieren.

****

derStandard.at: Kann die politische Krise im Jemen die Rückkehr ihrer Schwester Amal verhindern oder beeinflussen?

Zakarya Al-Sada: Nachdem wir herausgefunden haben, dass Amal sich nach Bin Ladens Tod noch in Pakistan aufhält, bin ich zur pakistanischen Botschaft nach Sanaa gegangen und habe dort etliche Male versucht, Informationen über ihre Situation zu erhalten. Dann habe ich das Außenministerium kontaktiert, dort hat man mir verprochen, Amals Rückkehr nach Jemen zu fordern, nachdem sie ja jemenitische Staatsbürgerin ist. Das Ministerium drängte uns, den jemenitischen Botschafter in Islamabad zu kontaktieren, vor allem weil die pakistanische Regierung gerade versprochen hatte, Bin Ladens Frauen zurück in ihre Heimatländer zu schicken. Wir machen uns aber große Sorgen wegen der chaotischen Situtation im Jemen. Gerade jetzt, wo sich der Herrscher und die Oppositionellen ständig gegenseitig als Terroristen bezeichnen will keiner von ihnen mit einer Bin Laden-Witwe in Zusammenhang gebracht werden, obwohl sie wissen, dass wir, außer dieser Heirat, nichts mit Bin Laden zu tun haben.

Bis zu Bin Ladens Tod war ich einfach einer von vielen jungen und friedlichen Demonstranten, die nach Wandel und Demokratie riefen und enthusiastisch versuchten, Teil einer neuen jemenitischen Zivilgesellschaft zu sein. Als ich von seinem Tod erfuhr, beschloss ich, nicht mehr an den Demos teilzunehmen. Meine größte Angst war, dass irgendwelche Leute, die die Protestbewegung diffamieren wollen, mich irgendeiner Art von terroristischen Aktivitäten beschuldigen, nur weil ich Bin Ladens Schwager bin. Jemen ist mittlerweile zweigeteilt, nach dem Motto: Bist zu du nicht für uns, bist du gegen uns. Ich habe mich an etliche Menschenrechtsorganisationen im Jemen gewandt, aber es ist schwierig, eine wirklich neutrale Organisation zu finden. Ich musste klarstellen, dass es sich beim Fall meiner Schwester und ihrer Kinder um einen rein humanitären Fall handelt, der nicht für politische Zwecke missbraucht werden darf. Die NGOs und die politischen Parteien sollten den Fall als Menschenrechtsfall behandeln und uns helfen, sie in den Jemen zurückzuholen.

derStandard.at: Was sind Ihre nächsten Schritte?

Zakarya Al-Sada: Der beste Weg, sie zurückzuholen, ist der diplomatische über die jemenitische Botschaft in Islamabad. Daneben versuchen wir mit lokalen und internationalen NGOs zusammenzuarbeiten, daran knüpfen wir große Hoffnungen. Obwohl wir mittlerweile wissen, dass es Amal gesundheitlich gut geht, haben wir aber bisher keinen Kontakt zu ihr, nicht einmal telefonisch. Wir machen uns große Sorgen, dass sie bei der US-Aktion ein Trauma erlitten hat.

derStandard.at: Sie haben keinen Kontakt zu ihr? Woher kommen dann ihre Information zu ihrem Zustand?

Dass ihr Gesundheitszustand gut ist, haben uns sowohl die pakistanischen als auch die jemenitischen Behörden versichert. Das letzte Mal hatten wir Kontakt zu ihr, als sie ihr erstes Kind “Safia” geboren hat. Das war noch vor dem Krieg gegen Afghanistan. Wir haben danach jedes Mal, wenn wir jemanden trafen, der in Afghanistan Kontakt zu ihr gehabt haben könnte, um Informationen gefragt, aber keine wertvollen bekommen. Jetzt, nach Bin Ladens Tod, habe ich den jemenitischen Botschafter gebeten, doch mit ihr zu sprechen, um uns zu beruhigen. Er hat uns gesagt, dass die Behörden ihm ein Gespräch versprochen hätten, dieses Versprechen ist aber bis heute nicht eingelöst worden.

derStandard.at: Was hat die jemenitische Botschaft denn sonst noch versucht?

Zakarya Al-Sada: Die Botschaft in Islamabad strengt sich sehr an und wir sind sehr dankbar, vor allem, dass der Botschafter Amals Rückkehr offiziell gefordert hat und unseren Fall wie jeden anderen Fall einer jemenitischen Staatsbürgerin behandelt. Erst vor wenigen Tagen hat er mich angerufen und uns versichert, dass Amal und ihre Kinder in den kommenden Tagen ausreisen dürfen und wir sind optimistisch, auch wenn wir uns darüber ärgern, dass wir nicht mit ihr sprechen dürfen und um ihre derzeitige Situation ein großes Geheimnis gemacht wird. Aber Kinder und Frauen haben nichts mit der ganzen Terrorismussache zu tun. Die Welt sollte nicht auf Muslime, Araber oder Jemeniten als Terroristen schauen.

derStandard.at: In einer Aussendung haben sie die Presse vor einer Person gewarnt, die sich als Verwandte Amals ausgibt. Was steckt dahinter?

Zakarya Al-Sada: Ich habe vor bestimmten Personen gewarnt, die im Fernsehen und in Zeitungen vorgeben, mit Amal verwandt zu sein. Das sind Leute, die das Chaos im Jemen für politische Zwecke ausnutzen. Diese Leute werden von zweifelhaften Gruppierungen bezahlt, die Jemen vor den Augen der Welt als gefährliches Land darstellen wollen. Einer dieser Leute, die unseren Namen benutzen ist Waleed al-Sada. Er verbreitet Gerüchte, sagt zum Beispiel, wir würden um Bin Laden trauern und Amal würde jetzt am liebsten auch sterben wollen. Einige große Fernsehsender haben das gebracht, obwohl sie wussten, dass er nicht mit uns verwandt ist.

derStandard.at: Haben Sie vorher je Probleme gehabt, weil sie Bin Ladens Schwager sind?

Zakarya Al-Sada: Es hat einige Versuche gegeben, uns für gewisse Zwecke zu vereinnamen. Andere haben Gerüchte gestreut, mein Vater sei vor einer Verhaftung nach Afghanistan geflüchtet oder wir hätten tagelang gegen die Sicherheitskräfte in unserer Stadt Ibb gekämpft.

derStandard.at: Wer würde davon profitieren, die Rückkehr Amals zu behindern?

Zakarya Al-Sada: Wie gesagt. Die einzigen, die profitieren sind jene, die uns und Jemen mit Terrorismus in Zusammenhang bringen wollen. Aber jeder im Jemen weiß, was wir glauben und denken, und dass diese Heirat ein normaler Vorgang war. Kinder und Frauen haben nichts mit der ganzen Terrorismussache zu tun. Die Welt sollte nicht auf Muslime, Araber oder Jemeniten als Terroristen schauen. Wir glauben an den Frieden. (Shatha Al-Harazi, derStandard.at, 21.6.2011)

Zur Autorin: Shatha Al-Harazi ist Menschenrechts-Journalistin in Sanaa und Autorin der Yemen Times.

 

Written by shatha

June 21, 2011 at 9:04 pm

Posted in Yemen's news

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